Patenschaftsinfos
Grundlagen zu den Kinderpatenschaften:
- Eine Patenschaft ist eine individuelle und direkte Form der Hilfe um einem Kind den Schulbesuch, Nothilfen, wie einen besseren Lebensweg zu ermöglichen.
- Lebt das Kind mit Geschwistern, oder mit der Familie, werden diese ebenfalls durch die Patenschaft gefördert.
- Eine Patenschaft ist eine bedingungslose Förderung eines Kindes. Eine Patenschaft ist nicht dazu geeignet fehlende soziale Bindungen über die Stiftung oder das Patenkind auszugleichen. Es entsteht kein Anspruch auf ein Kind, gegenüber einem Kind oder soweit vorhanden gegen die Eltern.
- Unsere Patenschaftsprojekte sind in Georgien (Kaukasus), Mexiko (Mittelamerika) und Philippinen (Ostasien).
- Welche Kinder sind im Projekt? In den Projekten werden Waisenkinder, Straßenkinder, Kinder aus armen Familien (teilweise auch Alleinerziehend oder Kinder werden bei der Oma groß) aufgenommen. Hierbei bedeutet das Wort "arm" wirklich "arm". Ein Leben in 1-2 Zimmern, mit 4-5 Personen, ist oft "normal". Dabei haben diese Zimmer oftmals keinen Strom oder/und Wasseranschluss. Manche Zimmer sind in alten halb zerfallenen Steinhäusern oder Bambushütten und ohne Heizung. In Georgien werden es schon mal 10-20 Grad Minus im Winter. Lungenentzündungen und Hunger gehören zum Alltag. Oft ist "der eine" Raum dann Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küche. Oft gibt es nur Kisten, wo die Kleidung drin liegt. In den Philippinen sieht es nicht besser aus. Da lebt man oft in 1-2 Zimmern oder einer Bambushütte. Es regnet durch, es zieht und ein WC oder eine Küche gibt es nicht. Andere Kinder schlafen abends auf der Straße, decken sich nach dem Sonnenuntergang mit einer Zeitung oder Kartonresten zu. Für Straßen- und Waisenkinder, wie für Mädchen, ist das Leben sehr schwer, viele von Ihnen erreichen nicht das 10. Lebensjahr.
- Aufnahmealter der Kinder: Die meisten Kinder, die im Projekt aufgenommen werden, sind ab Geburt bis 10 Jahre alt. In Ausnahmefällen können ältere Kinder/Jugendliche aufgenommen werden. Gehen Kinder noch nicht zur Schule, so gibt es z.B. anstelle von Schulmaterial Windeln und spezielle Kindersachen. Die Projekte bestehen zu ca. 2/3 aus Mädchen und zu ca. 1/3 aus Jungs. Dies deshalb, da es Mädchen deutlich schwerer haben dem Kreislauf der Armut zu entgehen.
- Dauer der Patenschaft: Eine Patenschaft hilft gezielt. Deshalb sollte eine Patenschaft grundsätzlich mittel- und langfristig geplant werden. Sie binden sich aber nicht. Die Patenschaft kann zum Ende des Folgemonats gekündigt werden (Bestätigung zur Kündigung bitte anfordern, oder einfach per Einschreiben schicken), Die Kündigung kann ohne Angabe von Gründen erfolgen. In diesem Fall versucht die Stiftung schnellstmöglich einen neuen Paten zu finden und übernimmt fürs Erste die Patenschaftsbeiträge.
- Kennt mich mein Patenkind? Ja. Bei der Deutschen Humanitären Stiftung gibt es keine Massenpatenschaften.
- Kommt die Hilfe an? Ja. Von dem Sammeln der Hilfe bis zur Verteilung der Hilfe vor Ort läuft alles über eigene Strukturen. Zusätzlich sind ehrenamtliche Kräfte im Einsatz, vom Büro in Deutschland bis in die Projekte, was die Transparentz der Arbeit erhöht. Materialausgaben (Schulsachen, Nahrung, Kleidung, etc.) erfolgen nur gegen Unterschrift und die Projekte werden regelmäßig von Deutschland aus kontrolliert und in Zusammenarbeit mit den Kindern/Familien, Schulen, Behörden und Mitarbeitern vor Ort modifiziert (Arbeitsstrukturen und Bedarf werden regelmäßig der Zeit angepasst).
- Welche Möglichkeiten der Kommunikation mit dem Patenkind gibt es und kann ich mein Patenkind besuchen?
A) Wir sammeln 2 x im Jahr zentral Post ein. Hierbei kann jedes Patenkind freiwillig Post abgeben für den Paten. Die Post wird von uns übersetzt und an Sie weitergeleitet. Das Patenkind kann Ihnen natürlich auch außerhalb der zentralen Postzeiten schreiben. Wir empfehlen generell 2-3 Briefe pro Jahr auszutauschen. Schreiben Sie mehr, kann -vor allem zu Beginn der Patenschaft- eine Art Schuldgefühl beim Patenkind entstehen, dass es "schreiben muss". Die Erfahrung in 2011 zeigte, dass rund 50 % der Paten keine Briefe schrieben, rund 49% der Paten 2-3 Briefe im Jahr austauschen und ca. 1 % der Paten bis 10 Briefe im Jahr schreiben. Alle Briefe vom Patenkind an den Paten sind kostenfrei, wie 3 Briefe vom Paten an das Patenkind/Jahr. Das reicht in mehr als 99% aller Fälle aus.
B) In Georgien und Mexiko kann man das Projekt nach Absprache (mindestens 8 Wochen vor Termin) immer besuchen. Zusätzlich gibt es 1 x im Jahr eine zentrale Kinderfeier, meistens zu Weihnachten oder Ostern. In den Phlippinen sind Patenbesuche derzeit aus Sicherheitsgründen nur zum Tag der "Offenen Tür" möglich. Ein Tag der Offenen Tür findet im Projekt statt, wenn sich mindestens 5 Personen hierfür anmelden. Die Terminabsprache findet dann individuell statt. Generell sollte die Patenschaft für einen Besuch im Projekt seit mindestens 2 Jahren bestehen und die bereits erfolgten Hilfen der Patenschaften sollten über den Kosten für die Reise liegen. Die Reisekosten sind von den Patinnen und Paten natürlich selbst zu tragen.
- Mailing und Patenpost: Ideal ist das Schicken einer E-Mail, ggf. mit Bildanlagen. Insgesamt darf die Mail aber nicht größer als 5 MB sein. Der Brief sollte maximal 2 Seiten Text haben (nicht kleiner als Arial 12). In den Projekten ist eine gute Internetleitung nicht unbedingt Standard und läuft oft mit 14 - 64 KB/s. Das ist nicht schnell. Deshalb bitte diese Begrenzung einhalten. Kommt eine Mail ins Projekt, wird diese dort ausgedruckt, übersetzt und zugestellt. Der Pate erhält eine Rückmail mit der Zustellbestätigung.
- Patenbrief per Postversand. Sie können uns einen Brief mit der "pyhsikalischen Post" schicken. Der Brief geht an das Büro in Deutschland. Von hier wird der Brief gescannt und in das Projekt geschickt. Im Projekt wird der Brief ausgedruckt, übersetzt und zugestellt (Deutscher Scan plus Übersetzung). Das Projekt informiert das Büro in Deutschland nach der Briefzustellung. Danach erhalten Sie von uns eine E-Mail oder können, falls keine Mailadresse vorhanden ist, im Büro anrufen und nachfragen ob der Brief ankam (bitte erst ca. 14 Tage nach dem Briefversand nachfragen). Ihr Originalbrief geht dann später mit der Quartalspost ins Projekt und wird übergeben. Wichtig: Der Brief darf nur Papier enthalten und maximal 20 Gramm wiegen, auch kleine Extras werden auf Kosten des Absenders zurückgewiesen! Das hat mit dem Zollrecht zu tun und einem extrem hohen Verwaltungsaufwand, wenn die Briefe Dinge enthalten, die z.B. in Deutschland erlaubt sind, aber im Zielland, oder im Transit, nicht zugelassen sind. Wir hatten hier schon zu viele Probleme in der Vergangenheit, so dass wir diese Regelung ohne Ausnahmen einhalten.
- Ich will was extra schicken (Paket). Dann nehmen Sie doch einfach unseren Spendenshop. Der ist hier auf dieser Homepage. Man kann verschiedene Arten von Paketen bestellen (Lebensmittel, Hygiene, Schulsachen, Kleidung, gemischte Dinge, Fahrräder, etc.), Patinnen und Paten können von der Übergabe ein Foto und eine Unterschrift erhalten. Den Versand von Postpaketen unterstützen wir nicht. Viele Postpakete kamen in der Vergangenheit nicht an, oder waren bis zu einem Jahr unterwegs. Oft ist der Inhalt dann nicht zollkonform, oder die Pakete sollen bei Zoll- und/oder Poststellen abgeholt werden, die mehrere Kilometer entfernt sind. Dabei fällt nicht selten eine Zoll- und/oder Postabholgebühr an, obwohl in Deutschland alle Gebühren bezahlt wurden. Hinzu kommt, dass der Postversand in diese Länder schon z.B. in Deutschland sehr teuer ist und oft den Wert des Inhalts übersteigt. Das macht mehrfach keinen Sinn. Zoll- der Abholkosten können von 2,50 Euro bis zu rund 1.000 Euro und mehr betragen, wenn "falsche Dinge" in den Paketen sind. Was "richtig" ist kann man oft nicht verbindlich am Zoll erfragen und es kann auch wechseln, während das Paket unterwegs ist. Aus diesem Grund unterstützen wir generell keinen Paketversand und bitten keine Pakete in die Projekte zu schicken. Nach Georgien schicken wir alle 1-2 Jahren vor Weihnachten einen Hilfstransport (hängt von der Möglichkeit der Finanzierung ab). Insofern dies stattfindet, kann man eigene Pakete mitgeben. Hilfstransporte nach Philippinen oder Mexiko machen aufgrund der großen Entfernung und hohen Transportkosten keinen Sinn mehr und werden nicht durchgeführt.
- Sicherheit, Kinder- und Patenschutz. Der Kinderschutz- wie auch der Schutz der Patinnen und Paten wird groß geschrieben.
Deshalb findet die Kommunikation per Post generell, zum Schutz für beide Seiten, nur über unser Büro statt. Es sollen keine E-Mailadressen, Privatadressen, etc. in den Briefen stehen. Diese werden entweder geschwärzt oder der gesamte Brief wird zurückgegeben. Bei Projektbesuchen und Gemeinschaftsveranstaltungen sind immer Helfer/innen der Stiftung dabei oder Mitarbeiter der Jugendbehörden. Es ist möglich mit dem Kind an Gemeinschaftsveranstaltungen teilzunehmen (Zelten, Grillen, Wandern, Ferienspass). Es ist nicht möglich ein Kind aus dem Projekt zu nehmen und mit dem Kind alleine wegzufahren. Es ist nicht möglich mit dem Kind alleine einen Urlaub zu verbringen. Die Patenschaftshilfen sind eine bedingungslose Förderung eines Kindes. Es entsteht kein Anspruch gegenüber dem Kind, den Eltern oder gegenüber der Stiftung. Wir bitten auch von Fragen zu Ausnahmen abzusehen, egal welchen Beruf man hat, denn es sind keine Ausnahmen möglich.
- Wann beginnt eine Patenschaft? Die Patenschaften beginnen, soweit nichts anderes schriftlich abgesprochen ist, mit dem nächsten Monat. Die Beiträge werden in der Regel zwischen dem 02. und 08. Tag im Monat per Lastschriftverfahren abgebucht. Selbstübeweiser und Patinnen/Paten wo Lastschriftabbuchungen über die Ländergrenzen hinweg noch nicht möglich sind, bitten wir die Beiträge bis zum 05. Tag im Monat zu überweisen. Sie können uns auch helfen Verwaltungskosten zu sparen. Bitte teilen Sie uns Kontoänderungen, wie Adressänderungen zeitnah mit. Wird eine Lastschrift mehr als 1 x in den letzten 12 Monaten nicht eingelöst, wird die Ablehnungsgebühr der Bank (in der Regel 3 Euro) an den Kontoinhaber weitergereicht.
Das kann man sich sparen, durch eine zeitnahe Mitteilung der Änderung.
- Beendigung der Patenschaft.
Generell steht auf der Homepage (Projektseite), für welchen Zeitraum die Projekte geplant sind. Hierbei handelt es sich allerdings um geschätzte Angaben, ohne Gewähr.
Die Patenschaftshilfe endet aber auch, wenn:
A) ein Schulbesuch oder eine Berufsausbildung nicht mehr stattfinden
B) die Patin/der Pate kündigt (zum Ende des Folgemonats)
C) die Situation sich so verändert hat, dass eine Hilfe nicht mehr nötig ist
D) das Projekt aufgelöst wird (z.B. das Projekt nicht mehr gebraucht wird, da sich die Lage vor Ort deutlich verbessert hat)
E) der Kinderschutz bedenken anmeldet
F) mehr als 2 Monatsbeiträge geschuldet werden (dies entbindet aber nicht von der Pflicht die Beiträge noch zu bezahlen)
G) durch die Patenschaft ein Zeit- und Kostenaufwand verursacht wird, der nicht mehr im Verhältnis zur geleisteten Hilfe steht.
Mit dem Ende der Patenschaft endet der Service der Stiftung. Die Fortführung rein privater Kontakte, nach Projektauflösung -wenn beide Seiten dies wünschen- ist natürlich möglich.
- Fragen und Extras. Viele Fragen zu den Patenschaften werden hier auf dieser Homepage oder in den Patenschaftsgrundlagen beantwortet. Darüber hinaus informieren wir regelmäßig per Mail oder mit Printpost. Wir haben relativ gute Standardprogramme und niedrige Verwaltungskosten. Aus diesem Grund bitten wir zuerst nach der Beantwortung von Fragen auf der Homepage oder den Patenschaftsgrundlagen nachzusehen. Wenn Sie hier keine Antwort finden, können Sie gerne unser Büro mit 2-3 Fragen im Halbjahr kontaktieren.
- Wie werden meine Daten verwendet? Alle Daten werden in der Stiftung nur für eigene Zwecke verwendet. Die Daten werden nicht an 3.te weitergegeben.
- Gültigkeit der Patenschaftsgrundlagen. Die vorstehenden Regeln sind für alle Patenschaften bei der Deutschen Humanitären Stiftung gültig. Änderungen bedürfen der Schriftform, mündliche Absprachen sind nichtig. Sollten sich die Patenschaftsgrundlagen ändern (rechtliche Vorgaben, nicht mehr effektiv) ist dies hier auf der Homepage aktuell beschrieben.
Zu weiteren Fragen oder zu Anregungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: service@dhs-team.de, info@dhs-team.de oder Tel.: (+49) 0 6337/ 20 99 132.
Ihr
DHST Helferteam
